Die Lokalpresse berichtet: „Ein Triathlet haut in die Tasten“

Er läuft, schwimmt, radelt - und bloggt: der Groß-Zimmener Triathlet Mathias Bauer
Er läuft, schwimmt, radelt – und bloggt: der Groß-Zimmener Triathlet Mathias Bauer

Er läuft, schwimmt, radelt – und schreibt darüber.

Schreibt? „Bloggt“ wäre mit Blick auf die Veröffentlichungen des Triathleten Mathias Bauer präziser – abgeleitet von „bloggen“ und „Weblog“(Kurzform „Blog“), einer Art Online-Tagebuch, das stets den neuesten Eintrag ganz oben anzeigt.

Der 31-Jährige aus Groß-Zimmern ist selbstständiger Informatiker und sorgt mit Triathlon und auch Tischtennis für den körperlichen Ausgleich vom vielen Sitzen. Teils kehrt er in seiner Freizeit aber freiwillig an den Computer zurück, eben um zu bloggen: Über sich und seinen Sport. Unter dem Titel „fitness for work“. Sehr detailliert und anregend präsentiert er unter der Adresse www.mathiasbauer.de, was ihn am Sport reizt und fasziniert – und wie sich die sportliche Betätigung auch als verheirateter zweifacher Familienvater mit seinem zeitintensivem Job aufrechterhalten lässt.

„Mein Blog ist einerseits eine Plattform, um die Leute in meinem privaten Umfeld mit Informationen zu füttern. Zugleich kommt man mit anderen Läufern und Triathleten in Kontakt“, sagt Bauer.

Andererseits reflektiert er so aber auch seine schwierige Phase, als es aufgrund anderer Pflichten ziemlich nachließ mit der Bewegung: „Da hatte ich 80 Kilogramm -jetzt sind es nur noch 72“, so Mathias Bauer. Vor allem aber: Indem er online für jedermann nachlesbar macht, welche sportlichen Ziele er sich setzt und wie das Training ablaufen soll, macht er sich selbst einen gesunden Druck: „Das ist ein Ansporn, der mir hilft. Die Ziele werden für mich verbindlicher, wenn sie auch andere kennen und ich daran gemessen werden könnte. Ohne Ziel wird’s für mich schwierig“, sagt Bauer.

Was nicht automatisch heißt, dass er im Blog sein gesamtes Berufs- und Privatleben nach außen kehrt: Die Seite hat sich eindeutig dem sportlichem Schwerpunkt verschrieben. Aktuell sind  etwa Berichte über die letzten Triathlons des Groß-Zimmerners nachzulesen, aber auch Geschichten wie die, als er sich jüngst wegen anhaltender Knieschmerzen neue Laufschuhe kaufte.

Ohne finanziellen Hintergedanken berichtet er von dieser Entscheidung – authentische Schilderungen, die schon einige Leser gefunden haben und noch mehr aus der Szene finden könnten. Auch, wenn es Dutzende und Aberdutzende deutschsprachige Blogs zum Thema Sport gibt, besuchen „fitness for work“ monatlich nach Bauers Angaben doch schon 100 bis 200 Leser.

Angenehmer Nebeneffekt: Durch das Blog ist der Informatiker über die Suchmaschinen besser aufzufinden. „Auch der ein oder andere Auftrag ist darauf schon entstanden“, freut sich Bauer, der 20 Jahre lang dem TV Groß-Zimmern angehörte, in Triathlondingen derzeit vereinslos ist und Tischtennis beim TSV Klein-Umstadt spielt.

Der Groß-Zimmerner Turnverein in Person von Hans Zimmermann hat derweil seinen Anteil daran, dass das World Wide Web durch Mathias Bauers informative wie unterhaltsame Artikel bereichert wird: „Hans hat uns beim Turnverein schon als 16-Jährige herangeführt, Beiträge für die Vereinszeitschrift zu schreiben.“

Heute, da jedermann jederzeit nachlesen kann, was der konditionsstarke Familienvater in die Tasten haut, gilt für ihn aber: „Ich gebe nur das preis, was ich auch will – und so offen auch meiner Mutter sagen würde.“

Von Jens Dörr

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